Die Chronik der Feuerwehr Graßlfing

  •   Die Gründerzeit
  •   Kriegszeiten
  •   Nachkriegszeiten
  •   Die 60er und die 70er Jahre
  •   Die Graßlfinger Festwochen 1981
  •   Die 90er Jahre
  •   Das neue Jahrtausend
  •   2010


  • Die Gründerzeit

    Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1871. Die Eintragung in die Grundliste des Bayerischen - Feuerwehr - Verbandes hat folgenden Wortlaut: "Unter dem Allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern Bayerischer - Landes - Feuerwehr - Verband. Der Freiwilligen Feuerwehr Graßlfing wird hiermit bestätigt, dass sie als Mitglied des Bayerischen - Landesfeuerwehr - Verbandes und als im Jahre 1871 gegründet in die Grundliste desselben eingetragen ist."

    Über die Gründungsversammlung ist nichts mehr bekannt, da kein Protokollbuch vorliegt. Es ist aber ein Kassenbuch aus dem Jahre 1911 vorhanden in dem drei Feuerwehrkameraden von 1873 erwähnt werden.

      - Michael Gruber, Schmied, Zeugwart der Feuerwehr, eingetreten am 30.01.1873
      - Alois Rieger, Bauer, Steiger der Feuerwehr, eingetreten am 05.09.1873
      - Josef Pfeiffer, Söldner, Spritzenmann der Feuerwehr, eingetreten am 18.12.1873

    Im Jahre 1873 wurde auch die noch vorhandene Handdruckspritze von der Königlich Bayerischen Feuerlöschmaschinenfabrik Dominikus Kirchmair München um 550 Gulden angeschafft, wobei Josef Pfeiffer Spritzenmann war. Der Kaufvertrag ist noch vorhanden.
    Dass sich die Feuerwehren damals nicht nur bei Bränden trafen, sondern auch bei Festen und Feiern zusammensaßen, zeigt ein altes Erinnerungsband vom 22. Mai 1877, das die Freiwillige Feuerwehr Sinzing anlässlich ihrer Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Graßlfing übergeben hat. Dieses Band ist noch erhalten.

    Im Jahre 1900 musste die FFW tatkräftig Einsatz leisten. Durch einen Blitzschlag entzündete sich die Scheune des Anwesens Haubner, die teilweise gerettet werden konnte. Diese Scheune wurde erst 1922 abgerissen.
    Im Jahre 1907 fand in Graßlfing die erste Fahnenweihe statt. Fahnenmutter war Maria Wilhelm, als Festjungfrauen fungierten Maria Gruber, Christine Habner und Therese Zirngibl.

    Auch im Jahre 1912 wurde die FFW Graßlfing im eigenen Ort zu einem Brand gerufen. Durch Brandstiftung entzündete sich beim damaligen Wirtshaus an der B 16 "Berghammer" ein großer Schober Stroh. Das ganze Gehöft war durch diesen Brand in Gefahr. Durch den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr konnte der Brand gelöscht und eine Ausdehnung des Feuers verhindert werden.
    Im Jahre 1929 brannte durch Blitzschlag die Scheune von Georg Ehemann und der Schafstall des Wilhelmbauern ab. Am 21. September wurden die Wehrmänner nachmittags zum Brand in der Brauerei Berghammer nach Oberndorf gerufen. Es brannten ein Streuschuppen, die Stallungen, das Wirtschaftsgebäude und das Wohnhaus. Der Brand griff schon auf die Brauerei über.

    Kriegszeiten

    Um die Brandbekämpfung zu unterstützen wurde in den Kriegsjahren 1943/44 aus Staatsmitteln ein Löschteich am Ende des jetzigen Weiherweges errichtet. Dieser Löschteich wurde im Jahre 1971 von der Gemeinde Graßlfing zugefüllt, da die Wassergruppe-Süd die neue Wasserleitung errichtete und dabei 24 Ober- und Unterflurhydranten setzte. Im Ernstfall konnte der Fischteich des Anton Bauer, der sich in unmittelbarer Nähe des alten Löschteiches befindet, benutzt werden.
    Das alte Feuerwehrgerätehaus - erbaut um die Jahrhundertwende - befand sich damals in der heutigen Dorfstraße beim Kolonialwarenhändler Josef Klein (es wurde 1979 abgerissen).

    Ein Neubau eines Gerätehauses war neben dem bestehenden Löschweiher am Weiherweg in den Jahren 1942/43 ins Auge gefaßt worden. Die Grundmauer bis zu einem Meter Höhe wurde bereits errichtet und die Ziegel für den Weiterbau lagerten neben der Baustelle. Jedoch durch den anhaltenden Krieg wurde der Bau nicht vollendet. Die Ziegel wurde von den anrückenden amerikanischen Truppen zum Wegebau benutzt und in den Mattingerweg (Schulweg) kurz vor der Waldgrenze (Mattingerseite) eingefüllt. Die bestehende Bauruine brachen die Graßlfinger erst zehn Jahre später ab, als eine Straße (heute Lärchenweg) ein neues Baugebiet erschließen sollte. Nachdem es damals noch keine Traktoren mit Frontlader gab, nahm der Röschbauer (Franz Mayer) eine Abschleppstange, befestigte sie am Mauerwerk und brach so mit seinem 34 PS Deutz das Mauerwerk ein. (Im Jahr 2001 entstand auf der gegenüberliegenden Seite dann das neue Gerätehaus).

    Nachkriegsjahre

    Ein Ausdehnen eines weiteren Brandes konnten die Floriansjünger auch 1949 verhindern, als beim Bauer Wilhelm die Scheune niederbrannte. Dank der umliegenden Feuerwehren, die zur nachbarlichen Löschhilfe geeilt sind, konnten die umliegenden Wirtschaftsgebäude und das Wohnhaus gerettet werden. Da das Löschwasser knapp wurde, kam die FFW Matting auf einen kuriosen Einfall. Sie spritzten mit Odel aus der Jauchegrube. Wenn es auch erbärmlich stank, die Feuerwehr zeigte ihre Erfindungsgabe und der Zweck wurde erfüllt.

    Die erste Fahnenweihe nach dem Krieg wurde von zahlreichen Wehrmännern besucht. Bei der FF Teugn gab es 1949 das erste gute Bier (Dantscher) nach dem Krieg. Die Fahne trug Michael Engelmann. Nachdem die Fahne von 1907 durch den langen Krieg und der harten Zeit davor in einem erbärmlichen Zustand war (die Fransen hingen weg und sie hatte Löcher) setzte Barbara Engelmann, eine gelernte Schneiderin, Flicken ein um mit dem guten Stück wieder zur Fahnenweihe ausrücken zu können. Der Grundstoff der Fahne bestand aus Seide.

    1951 bauten die Wehrmänner auf Anregung des damaligen Kommandanten Haubner einen Tragkraftspritzenanhänger. Josef Engelmann, Michael Engelmann, Rupert Ehemann, Franz Mayer (Röschbauer) leisteten viele Arbeitsstunden. Das Material wurde von Schmiedemeister Engelmann gestiftet. Sein Sohn Michael baute fast allein aus einer Achse, zwei Vollgummireifen mit Luftkammer und einer Deichsel den Anhänger. Viele Stunden wurde überlegt wie die Geräte am praktischten zu handhaben und zu entnehmen sind.

    Im Jahre 1952 wurde der Ort erneut von zwei Bränden heimgesucht. Durch den Einsatz der Wehr konnten beim Brand der Scheune des Anwesens Mayer, am Kirchweg, die umliegenden Gebäude gerettet werden. Noch im gleichen Jahr brannte es erneut im Mayerhof. Diesmal vernichteten die Flammen den Dachstuhl der Stallungen. Es kamen durch den tatkräftigen Einsatz keine Tiere zu Schaden.

    Nun mußte man darangehen, ein modernes Feuerwehrgerätehaus zu errichten. In mühevoller Eigenleistung wurde es von den Mitglieder der Wehr gebaut und am 14. Juni 1953 fand dann die Einweihung des neuen Gerätehaus, das 80jährige Gründungsfest und die Fahnenweihe (Wiederweihe der Fahne von 1907 nachdem sie in der Fahnenstickerei in Schierling wieder instand gesetzt worden war) statt.

    Als Fahnenmutter konnte Mathilde Wilhelm gewonnen werden. Der Fahnenjunker hieß Johann Lehner und die Festjungfrauen waren Emma Ehemann, Franziska Hendlmeier, Elisabeth Gerschwitz, Berta Lammel, Maria Zirngibl und Therese Zirngibl. Geladen waren 50 Vereine, die zusammen mit der Jubelwehr auch die Totenehrung am Friedhof vor einem selbstgebauten Feldgrab vollzogen. Die Messe wurde - wie auch die Fahnenweihe - wurde von Pfarrer Ludwig Eich, auf der Wiese beim Wilhelmstadl, der ebenso wie der Stadl des Röschbauern (Mayer) als Feststadl diente, gehalten. Festkapelle war die Jugendblaskapelle der Selesianer aus Regensburg unter der Leitung eines Paters, der die Buben aus dem Internat dirigierte. Um beim Fest auch alte Traditionen aufleben zu lassen, wurden 16 Messinghelme, die man 1940 schwarz angestrichen hatte, wieder poliert. Auch die alten Segeltuchtaschen zum Wassertragen wurden wieder in Ordnung gebracht.

    Die 60er und die 70er Jahre

    1963 kam mit einem Unimog des zivilen Bevölkerungsschutzes erstmals ein motorisiertes Fahrzeug in den Ort. Mit seinen 800 Litern Wasser war es das einzige Löschfahrzeug weit und breit. Kommandant Josef Haubner und seine Mannen planten schon damals eine Erweiterung des bestehenden Gerätehauses. Dagegen sprach die klamme Gemeindekasse. Die Planungen für einen Neubau wurden jedoch weiter verfolgt. Leider musste das Löschfahrzeug im Jahre 1972 wieder abgegeben werden, da die Bediener des Fahrzeuges Rupert Ehemann sen., Josef Brenner sen. und Heinz Woischke ihren aktiven Dienst abgaben und keine Nachfolger zur Verfügung standen.
    Die beiden Kommandanten Karl Rieger und Franz Engelmann sen. brachten 1984 wieder ein Tragkraftspritzenfahrzeug Ford Transit FK 1000 in die Ortschaft. Dieses wurde auf Betreiben des jetzigen Kommandanten Josef Eder im Jahre 1991 durch einen Ford Transit der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg Baujahr 1972 ersetzt.
    Das 1953 erbaute Gerätehaus wurde 1977 unter der Leitung von 2. Kommandanten Karl Rieger renoviert. Neue Tore bekam das Häuschen im Jahre 1991 sowie einen neuen Farbanstrich innen und außen.

    Die Jugendgruppe wurde am 5. Juni 1979 gegründet und die ersten Damenlöschgruppen bestanden am 22. September 1979 ihr Leistungsabzeichen.

    Das erste Dorffest veranstaltete die Wehr am 16./17. Juni 1979 mit Bürgermeister Franz Sennebogen als Schirmherrn am Bolzplatz unterhalb der Bundesstraße 16.

    Die Graßlfinger Festwochen 1981

    Das Fest der Feuerwehr mit Landrat Rupert Schmid als Schirmherr wird allen durch den - das ganze Wochenende - andauernden Regen in Erinnerung bleiben. Die Fahne weihte Pfarrer Johann Güntner nachdem kurz zuvor Pfarrer Ludwig Eich verstorben war. Fahnenmutter war Hilde Heindl, Ehrenmutter Mathilde Wilhelm, Fahnenbraut Annamaria Haubner, Fahnenjunker Josef Eder.
    Festdamen waren:
    Monika Bauer, Doris Beck, Angelika Borsuzki, Elisabeth Brenner, Sieglinde Deml, Brigitte Eder, Angela Engelmann, Monika Albert, Renate Hirner, Birgit Hölzl, Reinhilde Humbs, Gerlinde Lammel, Gertrud Lehner, Andrea Nadenik, Gerlinde Rieger, Gabi Schambeck, Marion Süß, Rosemarie Woischke, Gerda Woischke und Uschi Zeiler.

    Die 90er Jahre

    Im Juni 1992 kam mit einer Rosenbauer Fox TS 8/8 wiederum eine neue TS nach Graßlfing.
    1994 wurde bei einer Vorstandssitzung die Idee für einen Weihnachtsmarkt des Kommandanten Eder aufgegriffen und im Dezember des gleichen Jahres war aus dieser Idee der Graßlfinger Weihnachtsmarkt Wirklichkeit geworden, der seitdem Tradition im Dorf hat.
    Im Mai 1998 und 2000 wurde das Floriansfest für den KB-Bezirk 8 von der Graßlfinger Wehr ausgerichtet. 1998 half der ehem. Domkapellmeister Georg Ratzinger (Bruder des späteren Papstes Benedikt XVI.) als Seelsorger beim Fronleichnamsfest in Graßlfing aus.

    Das neue Jahrtausend

    Im Jahre 2001 folgte dann der Spatenstich und der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses an der Einfahrt der B 16, das gleich nach der Fertigstellung im Herbst 2002 einen Truppmannlehrgang beherbergte.

    2002 fand auch der Wechsel an der Spitze der Wehr statt. Der seit 1970 amtierende 1. Vorstand Franz Heindl konnte endlich in den wohlverdienten Ruhestand als Feuerwehrler gehen und übergab das Amt an seinem Nachfolger Wolfgang Pellkofer jun.

    Die Ausschreibung für das neue Tragkraftspritzenfahrzeug erfolgte Ende April 2003 im Bayerischen Staatsanzeiger. Vom 8. bis 11. Mai des gleichen Jahres weilten vier französische Feuerwehrmänner aus Civrieux (die Ortschaft liegt im Department Lyon und zählt 1500 Einwohner) in Graßlfing.

    Kurz darauf - am 31. Mai 2003 - wurde das neue Gerätehaus an der B 16 offiziell von Pfarrer Andreas Giehrl eingeweiht, und im November 2003 wurde das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (ein Mercedes Sprinter mit dem Aufbau von Furtner und Ammer aus Landau/Isar) im Wert von 63000 Euro mit Atemschutz und Lichtmast in Dienst gestellt.

    Im Frühjahr 2004 ging die Feuerwehr Graßlfing "online", die Webseite wird seitdem von Rainer Kühne bearbeitet und gepflegt. Im Mai 2004 wurde das neue Fahrzeug von den beiden Pfarrern Giehrl und Schwarz im kleinen Rahmen eingeweiht.

    Ende August 2005 half die Graßlfinger Wehr dem Nachbardorf Matting beim Schutz vor dem Hochwasser. Im September des gleichen Jahres empfing Papst Benedikt XVI. neben anderen Gemeindevertretern auch den 1. Kommandanten von Graßlfing bei einer Privataudienz in Castel San Gandolfo.

    Im April und Mai 2006 wurde das Gerätehaus wieder als Schulungsstätte für einen weiteren Truppmannlehrgang I eingesetzt. Auch Kameradinnen und Kameraden aus umliegenden Dörfern ließen sich hier ausbilden.

    Im September 2006 fand dann das "Jahrtausendereignis" in Regensburg und Pentling statt. Papst Benedikt XVI. besuchte in Bayern auch unsere Region und Helfer für die Messe am Islinger Feld kamen auch aus den Reihen der Graßlfinger Feuerwehr.

    Nach 6 Jahren stv. Kommandant und 18 Jahre als 1. Kommandant übergab Josef Eder im Frühjahr 2008 das Kommando an seinem Nachfolger Gerald Heindl (12 Jahre der Stellvertreter von Josef Eder).

    2010 und die nachfolgende Generation

    2011 - Wolfgang Fröhlich übernahm nach 3 Jahren als 2. Kommandant die Führung der aktiven Wehr. Sein Cousin Franz Fröhlich wurde sein Stellvertreter. Ihnen zur Seite steht ein junges Team, in dem kaum einer über 30 Jahre alt ist. Gleich zu Beginn der Amtszeit wurden sie am Muttertag 2011 in den frühen Morgenstunden zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B 16 gerufen und am gleichen Tag konnten sie auch noch einen Waldbrand im nahen Wald verhindern. Ende September waren viele beim Großeinsatz beim Dachstuhlbrand in Matting dabei.

    Während 2012 eher ein ruhigeres Jahr war, begann das Jahr 2013 gleich im Januar mit einem Kellerbrand im benachbarten Bad Abbach, einen schweren Verkehrsunfall direkt neben dem Feuerwehrgerätehaus auf der B 16 und einen weiteren Großbrand Anfang Mai wieder in Bad Abbach. Anstelle eines großen Gründungsfest (2011 wurde die FF Graßlfing 140 Jahre alt) wurde am Pfingstsonntag ein "Lebend-Kicker-Turnier" veranstaltet, dessen Erlös für den Bau des Hospiz in Pentling gespendet wurde.

    Nach 12 Jahren 1. Vorsitzender übergibt im März 2014 Wolfgang Pellkofer das Ruder an Josef Eder weiter. Josef Eder ist somit einer der wenigen Graßlfinger Feuerwehrler, der schon jede Funktion im Vorstandsbereich inne hatte. Mit Benjamin Datzer übernimmt ein unter 30jähriger den Posten als 2. Vorsitzender.